Buchscanner – Made by Do It Yourself
In diesem Beitrag möchte ich Ihnen mein aktuelles Projekt vorstellen. Es geht um den Bau eines Buch-Scanners, also um ein Gerät das es ermöglicht, Bücher und deren Inhalt zu digitalisieren.
Vorab der Hinweis, dass das Digitalisieren von urheberrechtlich geschütztem Material für den Privatgebrauch (noch) nicht verboten ist. Vergleichbar mit dem herstellen einer privaten Kopie von Audio CD’s oder DVD’s wird im Grunde nur einer Zerstörung des Originales durch unsachgemäßen Umgang vorgebeugt. Wie sich die Gesetzeslage in dieser Richtung in den nächsten Monaten oder Jahren entwickelt, bleibt abzuwarten.
Werke, die der Gemeinfreiheit unterliegen, also Schriftentum dessen Urheber vor mehr als 70 Jahre verstorben ist, dürfen kopiert, veröffentlicht und weitergegeben werden, sofern keine vererbbaren Ansprüche der Hinterbliebenen bestehen (§ 64 UrhG).
Ein Beispiel dafür wären die Schriften von Sigmund Freud. Er starb 1939 und dieses Jahr ist es erstmals möglich, seine Originale neu zu veröffentlichen, ohne die Nutzungs-, Lizenz- oder Urheberrechte zu verletzen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Buch in digitalisierter Form vorliegt, damit es der Druckerei übergeben oder gar in Eigenregie gedruckt und hergestellt werden kann.
Letzteres ist übrigens, vergleicht man die heutigen technischen Möglichkeiten mit den Herstellungskosten für Bücher, gar nicht mal unmöglich. Günstige und brauchbare schwarz/weiß Laser Drucker ab 200,- Euro können bereits heute Seiten für Preise ab 1,3 Cent/Blatt ausdrucken. Buchbindehandwerk und Herstellung von einfachen Klebebindungen für Taschenbücher werden in unzähligen Workshops im Internet und diversen Fachbüchern auch für Laien verständlich vorgestellt und detailreich beschrieben.
Was halten Sie z. B. von einer in Leder gebundenen Ausgabe des Originales von Warum Krieg? (Briefwechsel Sigmund Freuds mit Albert Einstein) oder gar einer Kopie der Gutenberg Bibel, die sicher auch in Ihrem Bücherregal einen besonderen Platz einnehmen würde? Nun, ich möchte dem Tatendrang nicht vorgreifen und mich auf das bisher Geleistete beschränken.
An dieser Stelle bereits der Hinweis, dass mein Bookscanner funktioniert und erfolgreiche Testläufe vorliegen. Bücher bis zu einer max. Größe von 40 cm x 34 cm können eingescannt und digitalisiert werden.
Es geht in meinem Projekt keinesfalls darum, Google Books nachzuahmen oder gar in direkte Konkurrenz zu treten. Sicher kann ich aber einen kleinen Beitrag dazu leisten, wichtige Bücher in ihrer ganzen Schönheit und vor allem des Inhaltes wegen für alle Zeit zu erhalten, weil diese dann digitalisiert vorliegen und an jedem Ort der Welt veröffentlicht werden können.
Dieser Workshop, der sich mit der Herstellung und dem Gebrauch eines Buchscanners beschäftigt, wird ständig erweitert und aktualisiert. Schauen Sie also öfter mal vorbei, wenn Sie das Thema interessiert.
Wer den einfachen Weg einschlagen möchte und aus einem schier unbegrenzten finanziellen Topf schöpfen kann, dem empfehle ich einen Blick auf den professionellen Buchscanner der Firma Treventus und/oder die Espresso Book Maschine der Firma On demand books. Die Espresso Book Maschine kann, digitalisierte Buchdateien vorausgesetzt, ein ca. 300 Seiten umfassendes Buch in weniger als 4 Minuten herstellen.
Übrigens wurden im Oktober 2009 bereits Espresso Book Maschinen an 25 Standorten weltweit betrieben. Schätzungsweise schlappe 200.000 USD sollten ausreichen, um sich diese beiden Zukunftsmaschinen zu besorgen.
Wer sich aber für 200,- bis 300,- Euro einen Buchscanner im Eigenbau anfertigen möchte, der ist hier richtig. Ich werde versuchen, die Schritte auf meinem Weg zum fertig digitalisierten Buch so genau wie möglich zu beschreiben. Falls etwas unklar sein sollte, steht Ihnen für Fragen oder konstruktive Kritik die Kommentarfunktion zur Verfügung.
Die Idee für das ganze holte ich mir, wie soll es anders sein, natürlich aus dem Internet. Es gibt sogar eine private englischsprachige Seite, die sich mit dem Bau eines Buchscanners beschäftigt und die auch als Grundlage für mein, ich nenne es mal vorsichtig Vehikel, dient.
Auf DIY Book Scanning erhalten sie alle relevanten Informationen, um mit dem Bau Ihres Buch-Scanners zu beginnen. Auch die verwendete Software Scan-Tailor und deren Gebrauch wird beschrieben. Ein angeschlossenes Forum und die News informieren über Aktuelles und geben erste Hilfestellungen.
Was habe ich nun für meinen Buchscanner verwendet? Etwas Holz, eine Plexiglasplatte (glasklar), einige Schubladenschienen und einen Halogenstrahler (120 Watt) aus dem Baumarkt mit den 3 Buchstaben. Schrauben und Muttern hatte ich noch reichlich hier rumliegen. Zusätzlich wurden 2 ausziehbare Stative mit 3D Kopf angeschafft, die die beiden teuersten Investitionen des Projektes, 2 Digitalkameras des Typs Canon Powershot A590 IS, sicher fixieren. Bisher sind Kosten von ungefähr 80,- Euro (ohne die Kameras) entstanden.
Natürlich können auch andere, höherwertige Digitale Spiegelreflexkameras oder ähnliche Typen verwendet werden, aber diese Kamera bietet derzeit nach Meinung vieler Forumsteilnehmer das beste Preis- Leistungsverhältnis. Die Auflösung von 8 Mio. Megapixel sollte bei Ihrer eventuell vorhandenen Digitalkamera nicht unterschritten werden, um auch größere Bücher in akzeptabler Qualität zu scannen bzw. fotografieren zu können.
Auch ist es wichtig, das Ihre Kamera SDM/CHDK fähig ist, um den elektronischen Impuls zum manuellen Auslösen zu empfangen. Schauen Sie im Zweifelsfall im Handbuch Ihrer Digitalkamera nach. Die Canon Powershot A590 IS besitzt diese minimalen Voraussetzungen und kann im Schnitt für 75,- bis 120,- Euro käuflich erworben werden, da die Kamera nicht mehr ganz aktuell, aber dennoch und nicht nur bei Book-Scanner-Bauern wegen ihrer vielen Funktionen sehr beliebt ist.
In der Zwischenzeit habe habe ich 2 Kameras erwischt, wobei ich mit den Anschaffungskosten von 79,90 bzw. 76,09 Euro (incl. Versand) ganz zufrieden bin. Woher, na raten Sie mal. Auf ebay werden immer mal welche privat und gewerblich versteigert.
An dieser Stelle der Hinweis, dass in dem Fall der Kauf via gewerblichen Anbieter erfolgen sollte, da man die Kamera, wenn sie defekt geliefert wird, an den Verkäufer zurück schicken kann und dieser das Teil zurück nehmen muss. Nicht mal die Versandkosten braucht man zu bezahlen, da der Wert der Kamera oder der Auktionspreis mit Sicherheit über 40,- Euro liegen dürfte.
Bei privaten Anbietern haben Sie nicht unbedingt das Recht, die Kamera zurück zu senden falls sie nicht funktionieren sollte, da ein Privatanbieter nicht dazu verpflichtet ist und meist nur auf die Kulanz des Verkäufers vertraut werden kann. Schauen Sie sich aber immer und unbedingt die Bewertungen des jeweiligen Verkäufers an, um späteren Ärger und Stress zu vermeiden.
Seien Sie geduldig, warten Sie ein günstiges Angebot ab und schlagen Sie im richtigen Moment zu. Falls Sie noch nicht wissen, wie man effektiv auf ebay bieten sollte , empfehle ich Ihnen einen Blick in meinen Workshop Online Auktionen erfolgreich gewinnen.
Nun was brauchen wir noch? Einen Auslöser, der beiden Kameras sozusagen den Befehl gibt, 2 Buchseiten auf einmal zu fotografieren. Im Forum des DIY Bookscanners ist auch der Eigenbau eines Auslösers beschrieben. Ich habe mich für ein fertiges Modell des Typs Ricoh CA-1 entschieden. Kostenpunkt um die 30,- Euro z. B. beim größten Gebrauchtbuchhändler im WWW, der auch Elektronikartikel und anderes diverses Zeug anbietet.
Was noch? Ein sogenanntes Y-Kabel, dass den 5 Volt Impuls zum Auslösen an beide Kameras weiterleitet und, wenn nicht im Lieferumfang Ihrer Kameras vorhanden 2 Datenkabel zur Verlängerung. Wie bereits in meinem Kommentar vom 24.10.2010 angekündigt, funktioniert das folgende abgebildete Kabel nicht mit den anderen Komponenten. Ich hoffe Sie haben noch kein Y-Kabel dieses Typs angeschafft. :-/
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Was Sie sich aber getrost besorgen können, um die Verkabelung der Kameras und des Auslösers zu bewerkstelligen, sind folgende Kabel bzw. Adapter. Diese Kombination wurde bereits erfolgreich getestet und funktioniert. Ich habe mir das folgende Y-Kabel in Hong Kong bestellt, per Paypal bezahlt und erhielt gestern (28.04.2010) ein Mail, dass die Sachen mit einer geschätzten Lieferzeit von 12-18 Tagen unterwegs sind. Die beiden Adapter bekommt man ohne Probleme in Deutschland.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, diese Kabel selbst herzustellen, in einem Bastlerladen oder innerhalb Europas zu bestellen, sollten Sie die Gelegenheit nutzen. Ich selbst wurde in unserem hier ansässigem Fachgeschäft für Hard- und Software mit der Bemerkung stehen gelassen, dass es keine Y-USB Kabel gibt.
Auch eine Online-Suche bei Conrad.de oder Reichelt.de brachte keine zufriedenstellenden Ergebnisse, soll heißen, dieses Y-Kabel ist nicht oder nur schwer lieferbar. Hier aber nun die Bilder und die Bezeichnungen (unter denen sie die Teile finden) der Kabel und Adapter, welche ich auf ebay.de erworben habe und die die beiden Canon Powershot mit dem Auslöser Ricoh CA-1 verbinden:
USB AM M auf 2 AM M Verlängerung Y-splitter Kabel
(die beiden Buchsen werden jeweils mit dem Datenkabel der Kameras verbunden … das Steckerende kommt in den unteren Adapter)
(in Hong Kong bestellt)
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USB Adapter “A” Buchse > ” A ” Buchse
(dieser Adapter verbindet das Y-Kabel mit dem unteren Teil)
(bei deutschen Händler erhältlich)
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USB Adapter A Stecker > 5 pol. mini B Buchse
(dieser Adapter verbindet den Rico CA-1 Auslöser mit dem Y-Kabel)
(bei deutschen Händler erhältlich)
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So, alles verkabelt und funktionstüchtig? Dann weiter im Text. Hinweisen möchte ich auch noch auf eine andere Möglichkeit, die beiden Kameras auszulösen. Bei meinen Recherchen zu dem Projekt stieß ich auf folgenden Fernauslöser der Firma digi-dat. Auch wenn unsere Powershot A590 IS nicht explizit bei den unterstützten Kameramodellen aufgeführt ist, sollte dieser Auslöser ebenfalls funktionieren. Eventuell hilft eine Anfrage per Mail an die Firma. Der Preis dieses Fernauslösers schlägt mit 41,65 Euro zu Buche. Hinzu kommen Kosten für Adapter und eventuell Kabelverlängerungen.
Aber das nur als Hinweis am Rande, da es mehrere Möglichkeiten gibt, die beiden Kameras auszulösen. Auch der Kommentar von Pagnol am 30.04.10 klingt interessant. Demnach ist es in absehbarer Zeit möglich, auf das ganze Kabelwirrwarr zu verzichten, da auf diybookscanner.org an einer Software (vorerst nur für das Betriebssystem Linux) gearbeitet wird die das anschließen der Kameras, das Auslösen und die Verarbeitung der Bilder direkt über den PC ermöglicht.
Was ist das nun im unteren Bild für ein Vehikel und brauchen Sie das unbedingt?
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Diese eigenartige aber wohl einmalige Konstruktion ist zu empfehlen, falls ihr Buchscanner zu den etwas größeren Exemplaren gehören soll. Da mein Buchscanner problemlos Bücher von einer maximalen Größe bis 405 mm Länge und 345 mm Breite scannen kann, ist der, ich nenne ihn einfach mal Schlitten, auf Grund seiner Größe doch ziemlich schwer geworden. Schlitten ist das Teil, dass manuell immer hoch und runter gefahren wird, um die Seiten des Buches umzublättern. Daher habe ich den Buchscanner um ein Gewichtsausgleichkonstrukt (was für ein Wort) ergänzt, dass es nun ermöglicht, den Schlitten mit dem kleinen Finger zu bewegen. Die 2 Gewichte einer Hantel sorgen an einer geflochtenen Angelschnur und über 4 Umlenkrollen geführt, sozusagen für eine leichte Auf- und Abfahrt des Schlittens.
Ja liebe Besucher der neuen Bundesländer, das sind Teile aus einem Stabilbaukasten der ehemaligen DDR. Mein Schwager hatte sie für meine beiden Neffen vor vielen Monden eingekauft und gesammelt. Die Lausbuben spielen aber heute viel lieber mit Nintendo, Lego und Co. Glück für mich, Pech für die pädagogisch wertvolle Entwicklung meiner Neffen, aber das ist ein anderes Thema.
An Arbeitszeit, um den Scanner soweit fertig zu stellen wie er auf den oberen Fotos dargestellt ist, habe ich ca. 20-25 Stunden aufgewendet. Je nachdem, wie handwerklich geschickt Sie sind, können Sie diese Zeit unter- bzw. überbieten.
Die ersten Testläufe sind abgeschlossen und der Buchscanner funktioniert.
Demnächst werde ich dann das ein oder andere eingscannte Buch in einem separaten Artikel vorstellen. Spezielle Wünsche, welche Bücher digitalisiert werden sollten, werden natürlich auch angenommen. Schreiben Sie mir in dem Fall ein Mail oder nutzen Sie dafür die Kommentarfunktion in diesem Artikel.
Wie bereits oben erwähnt unterliegt dieser Artikel aber weiterhin ständiger Aktualisierungen und wird zu gegebener Zeit ergänzt bzw. erweitert.
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Weitere Informationen zu Digitale Sammlungen oder der Wikisource, die sich mit dem Sammeln von urheberrechtsfreien Quelltexten beschäftigen, finden Sie auf den jeweiligen Webseiten.
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Nachtrag am 15.04.2010:
An dieser Stelle noch eine Anmerkung zu der verwendeten Kamera des Typs Canon Powershot A590 IS. Ich habe heute versucht, per Fernauslösung ein oder mehrere Bilder mit dem Ricoh CA-1 zu machen, indem ich ihn an die Kamera anschloss. Das Ergebnis war nicht das, was ich eigentlich erwartet hätte. Es tat sich nämlich gar nichts. Kein Bild, kein Impuls zum auslösen des Apparates und der Gedanke, dass die Kamera bereits defekt geliefert wurde.
Am Auslöser selbst konnte es nicht liegen, da ich diesen mit einer anderen Ricoh Kamera getestet habe und wunderbare Ergebnisse erzielen konnte, also Bilder per Fernauslöser schoss.
Das Problem lag, wie so oft, an den fehlenden Informationen zum Thema CHDK. Die Voraussetzung für Canon Kameras, die an diesem Projekt Buchscanner teilnehmen dürfen ist, wie bereits weiter oben erwähnt, die Möglichkeit, den Funktionsumfang der Kamera mit CHDK zu erweitern.
CHDK greift nicht etwa in die Original-Firmware ein sondern setzt sozusagen auf ihr auf und kann jederzeit entfernt werden. Ein Update der vorhandenen Firmware auf der Kamera erfolgt also nicht. Aber, ohne die Erweiterung CHDK funktioniert auch eine Steuerung via USB Kabel bzw. Auslöser nicht. Es ist also unbedingt erforderlich, sich das entsprechende CHDK Firmware Update für seine Kamera zu besorgen und aufzuspielen, da dieses vom Hersteller aus nicht installiert wird.
Nach 1-2 Stunden Lektüre, ausprobieren und testen sollte ihre Kamera dann ebenfalls via Fernauslöser ansteuerbar sein und die gewünschten Ergebnisse, sprich die Bilder schießen. Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten des CHDK-Forums und der CHDK-Wiki. Falls dahingehend noch Fragen auftauchen, bin ich natürlich auch bereit, im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen. Nutzen Sie in dem Fall einfach die Kommentarfunktion dieses Artikels oder schreiben Sie mir ein Mail.
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Nachtrag am 08.05.2010:
Heute möchte ich hier mal wieder ein paar Neuigkeiten zum Projekt Buchscanner anfügen. Obwohl mein Y-USB Kabel noch nicht eingetrudelt ist. Habe ich mit einer Kamera bereits Testaufnahmen gemacht und mit Scan Tailor bearbeitet.
Zuvor aber noch ein paar Hinweise am Rande. Wer mit Digitalkameras schon einige Erfahrungen gesammelt hat, der wird festgestellt haben, dass das im Grunde genommen eigentlich ganz erhebliche Stromfresser sind, wobei das LCD-Display wohl den größten Teil der Energie verbrauchen dürfte. Normale, also nicht wieder aufladbare Batterien versagen schon nach kurzer Zeit ihren Dienst und sind keinesfalls zu empfehlen. Zu bevorzugen sind wiederaufladbare Akkus der NiMH-Klasse, um nicht nur den Geldbeutel sondern vor allem die Umwelt zu schonen.
1. Ich habe mich gar in Umkosten gestürzt und einige AA Akkus vom Typ Eneloop gekauft. Diese sind zwar in der Anschaffung nicht billiger aber allemal besser als die normalen NiMH Akkus. Der Vorteil der Eneloop besteht bekanntlich darin, dass sie sich, auch über einen längeren Zeitraum gesehen, kaum entladen und ihre volle Power, die für Digitalkameras notwendig ist, behalten. Im Praxistest bin ich wirklich erstaunt, wie lange man mit diesen Batterien arbeiten kann, da mit Hilfe der CHKDK Software eine Anzeige der Restspannung in Prozent auf dem Display der Canon erscheint.
Wer noch ein paar Euro mehr übrig hat, der kann sich natürlich auch für um die 18,- Euro/Stück zwei Netzteile vom Typ ACK800 besorgen. Dies ist dann die eleganteste Lösung und man hat nie wieder Probleme mit leeren Batterien, vorausgesetzt man bezahlt seine Stromrechnung pünktlich.
2. Durch die ständigen Ergänzungen, Aktualisierungen im eigentlichen Artikel und den Anmerkungen von Ihnen in Form der Kommentare, über die ich mich natürlich sehr freue, besteht die Befürchtung, dass das ganze hier etwas unübersichtlich wird. Eventuell gibt es die Möglichkeit, diese Webseiten um ein Forum zu erweitern und diesen Beitrag in verschiedene Kategorien aufzuteilen. Als Vorbild könnte das Forum auf DIY Book Scanning dienen. Ich werde in absehbarer Zeit mal schauen und glaube irgendwo gelesen zu haben, dass es ein Plugin für das hier zur Anwendung kommende CMS Content-Management-System mit dem Namen WordPress gibt. Eventuell wäre das geeignet, um diesen Buchscanner Workshop übersichtlicher zu gestalten.
3. Geplant ist vielleicht auch eine Broschüre oder gar ein kleines Buch, in dem alle persönlichen Erfahrungen und die der Kommentatoren einbezogen werden, die mit diesem Workshop verbunden sind. Ein Buch in Eigenregie herzustellen ist, dank günstiger Drucker und freier DTP Desktop-Publishing Programme wie beispielsweise Scribus, also dank der heutigen technischen Möglichkeiten kein allzu großes Unterfangen mehr.
4. Mein Workshop wurde, wie in den Kommentaren nachzulesen, ebenfalls auf der Webseite Ich mach was mit Büchern von Leander Wattig veröffentlicht. Dort hat Jakob einen interessanten Kommentar hinterlassen, der sich ebenfalls mit dem Bau eines Buchscanners beschäftigt und den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.
Nun aber zu der Software Scan Tailor und deren Bedienung. Auf der Webseite des russischen Programmentwicklers Joseph Artsimovich können Sie in englischer und russischer Sprache nachlesen, was Scan Tailor kann und macht. Es ist eine Software, die in erster Linie dazu dient den Rohscann, in unserem Fall also der Fotografie, entsprechend auszurichten, zu bearbeiten und als Tagged Image File Format, kurz .TIFF abzuspeichern. Diese Dateien können dann mit einer entsprechenden Texterkennungssoftware (OCR) bearbeitet und als PDF oder jedem anderen Format derer die OCR Software fähig ist, weiter verarbeitet werden. Scan Tailor ist also keine direkte OCR Software.
OCR Software sind z. B. tesseract-ocr, ABBYY FineReader, OmniPage, Readiris oder dieser OCR Online Server, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Mit Erfahrungswerten, welche Software am besten für die Texterkennung geeignet ist, kann ich noch nicht dienen. Sicher wird sich das aber in den nächsten Wochen ändern. Ich glaube mich zu erinnern, das Omnipage in verschiedenen Beurteilungen von Kunden immer ganz gut abgeschnitten hat und werde das Programm mal testen.
Wer aber eben sein zu digitalisierendes Buch nur in einer 1:1 Kopie auf die Festplatte sichern möchte und keine durchsuchbaren oder editierbaren PDF Dateien benötigt, der kommt auch ohne die Texterkennung und entsprechende OCR Software aus.
Zurück also nun zu Scan Tailor. Nachdem wir uns die aktuelle Version heruntergeladen und installiert haben, starten wir das Programm. Hier ebenfalls der Hinweis auf die Wiki bzw. Bedienungsanleitung von Scan Tailor, die in englischer und russischer Sprache zur Verfügung steht und hier nur kurz erläutert werden soll. Falls Sie Fragen zu weiteren Einstellungen und/oder Tipps zum Programm selbst benötigen, benutzen Sie bitte die Kommentarfunktion am Ende dieses Beitrages. Ich werde versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen.
Scan Tailor lässt sich, nachdem die Bilder von der Kamera auf die Festplatte übertragen und in ein neues Projekt geladen wurden, ziemlich einfach bedienen und besteht aus den folgenden 6 Arbeitsschritten, die Sie im oberen linken Bereich des Programms aufrufen können.
1. Fix Orientation (Lagebestimmung der Seite ändern)
2. Split Pages (Seite automatisch oder manuell aufteilen)
3. Deskew (Feinabstimmung der Zeilenlage)
4. Select Content (auswählen des Inhaltes)
5. Page Layout (Anzeige der fertigen Seite und letzte Kontrollmöglichkeit)
6. Output (Ausgabe als .tiff Datei in den entsprechenden Ordner)
7. Sláinte (einen guten irischen Whiskey bei angenehmer irischer Musik genießen und auf das Ergebnis anstoßen)
Ich empfehle, erst einige wenige, sagen wir 10 Seiten zu bearbeiten, um erste Erfahrungen mit Scan Tailor zu sammeln und nicht gleich ein komplettes Buch zu laden, um sich dann eventuell über das Ergebnis und die vertane Zeit zu ärgern.
So, das soll es für heute erst mal gewesen sein. Ich stehe für Ergänzungen oder Fragen natürlich auch weiterhin zur Verfügung und wünsche Ihnen bei Ihrem Buchprojekt viel Erfolg.
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Nachtrag am 17.11.2011:
Buchscanner-Projekte sind Unikate, die sich in ihrer Form, dem Aufbau und der Wirkungsweise auch grundsätzlich unterscheiden können. Herr Fischer überließ mir freundlicherweise einige Bilder seiner Konstruktion, die ich hier gerne einfüge.
Er stellte sich und seinen Buchscanner erstmals im Kommentar Nr. 53 vor. Unter Kommentar Nr. 57 erhalten sie bei Bedarf eine ausführliche Beschreibung seiner interessanten Konstruktion, um Druckerzeugnisse zu digitalisieren.
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Gerne lade ich Sie an dieser Stelle auch in den neuen Anzeigenmarkt für antiquarische, vergriffene und seltene Bücher ein, der für Sie geöffnet ist.
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Und eine Umfrage füge ich hier auch noch mit an.
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Hallo Herr Günther,
Diese Spiegelungen habe ich ebenfalls beobachten können. Eine Möglichkeit wäre, den Halogenstrahler so tief wie möglich am Buchscanner zu montieren. Es kommt dabei aber auch auf die Größe des Buches an, dass gescannt werden soll. Unzureichende Ausleuchtung der einzelnen Seiten sollte vermieden werden. Vorstellen könnte ich mir noch eine parallele Ausleuchtung des geöffneten Buches mit 2 LED Strahlern, um auch den Stromverbrauch in Grenzen zu halten. Vielleicht sollte man das mal testen. Eine entspiegelte Glasplatte oder Lichtquellen, die ein ausreichendes Licht im Spektrum des Tageslichtes abgeben, könnten die Spiegelungen ebenfalls etwas mindern.
MfG
Uwe Ross
Sehr geehrter Herr Ross,
durch Zufall bin ich auf Ihr Projekt gestoßen als ich mich mit einem anderen Bauvorhaben beschäftigte. Als ich nach einem “Dokumentenscanner” googelte, wurde mir auch Ihre Seite aufgezeigt. Einen Dokumentenscanner habe ich inzwischen gebaut und er funktioniert zu meiner Zufriedenheit. Ein Buchscanner ist jedoch noch ein anderes Kaliber. Seit ca. vier Wochen plane und experimentiere ich an einem Buchscannerprojekt. Auch wenn erst wenig realisiert worden ist, möchte ich meine Überlegungen hier kund tun. Vielleicht ergeben sich hieraus Anregungen für andere oder ich erhalte Hinweise, dass ich mit dem einen oder anderen Gedanken auf dem Holzwege befinde.
Da ich ein sparsamer Mensch bin, ist die Sache mit den beiden Kameras für mich ein Problem. Zum Glück habe ich eine Canon PowerShot A560, allerdings hat sie nur eine Auflösung von 7.1 Megapixel. Aber vielleicht geht das auch – Probieren geht über Studieren. Also nahm ich eine Glasplatte, ließ sie über die Schreibtischplatte hinausragen, legte eine zu scannende Zeitschrift drauf, Bauleuchte und Kamera von unten und ab ging die Post. Das Ergebnis ist nicht schlecht. Meine alte OCR-Software (OmniPage SE 2.0) konnte die Texte gut erkennen. Also habe ich bereits eine Kamera. Ließe sich die zweite nicht einsparen? Auf der englischsprachigen Buchscanner-Seite hatte ich ein Projekt mit nur einer Kamera gesehen, aber die Realisierug erschien mir zu unkomfortabel.
Nach langem Tüfteln kam ich auf eine Pendellösung: Untergestell bilden Vierkanthölzer, die wie ein Spitzzelt zusammengeschraubt werden, zwei Glausscheiben (aus dem Baumarkt für ca 3,50 € als rahmenlose Bilderhlater erstanden, 30×40 cm) bilden die “Bedachung”, die Kamera wird unten am Ende eines Pendels aufgehängt. Schwingt das Pendel hin und her, so wird an jedem Extremausschlag des Pendels ein Foto geschossen (Auslöser: Reedrelais).
Der Antrieb des Pendels ist unterschiedlich denkbar: a) Handantrieb (Nachteil: Ich benötige die Hände zum Umblättern der Zeitschrift. b) Schrittmotorenantrieb. Allerdings habe ich noch keinen Motor gefunden, der das nötige Drehmoment aufbringt, um das Pendel zu bewegen. Die Angaben im Internet sind mir zu abstrakt und wenig anschaulich. c) Getriebemotor.
Die Sache mit dem Antrieb stelle ich mir so vor: Gestartet wird der Scanvorgang per Schaltknopf. Das Pendel schwingt aus, die Kamera macht ein Foto von der einen Seite, das Pendel schwingt zurück, ein Foto von der zweiten Seite wird geschossen, das Pendel bleibt stehen. Nun kann ich die Zeitschriftenseite umblättern und per Schaltknopf den Scanvorgang erneut starten.
Lieber Herr Ross, auf diese Ideen wäre ich durch Ihre Anregungen nicht gekommen. Ich bin Ihnen hierfür sehr dankbar. Meine Ideen empfinde ich als Ergänzung Ihres Projektes.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bernhard Fischer
Sehr geehrter Herr Fischer,
Vielen Dank für ihren Kommentar. Sicher dient er dazu, anderen eine Hilfestellung oder weitere Tipps bei den eigenen Buchscanner-Projekten zu geben. Ein Projekt mit nur einer Kamera wird selbstverständlich ebenso funktionieren. Der Buchscanner müsste aber dann vom Aufbau her anders konstruiert werden. Schließlich hat das auch den Vorteil, dass das Projekt nicht allzu teuer wird.
Ihre Ideen und Bauvorhaben klingen sehr interessant. Wenn Sie mir ein paar Bilder Ihres Projektes per Mail senden, würde ich diese gerne in den Beitrag einarbeiten.
An dieser Stelle möchte ich auch mitteilen, dass ich gesündigt habe.
Ich ließ mich von den vielen zum Teil positiven Bewertungen bei Amazon beeinflussen und bestellte mir vorgestern einen Handscanner vom Typ Easypix Easy-scan. In den nächsten Tagen werde ich damit einige Experimente starten und hier berichten, ob sich das Teil zum scannen eines kompletten Buches eignet.
Auf Grund diverser Energiesparmaßnahmen im eigenen Haushalt bin ich nun ebenfalls davon abgekommen, einen 120 Watt Baustrahler für mein Projekt zu nutzen. Es gibt im großen Auktionshaus bereits für kleines Geld sogenannte LED Bau- bzw. Gartenstrahler die mit nur 10 Watt/h eine brauchbare Lichtleistung erreichen. Dazu aber in den nächsten Tagen mehr.
Mit freundlichem Gruß
Uwe Ross
Der erste Eindruck Ihrer Seite (Workshop): Klasse!
Muß mir nur mehr Zeit lassen, um zu verstehen, was Sie schreiben.
Ich bleibe am Ball und wünsche Ihnen, daß Sie weiter motiviert an diesem Thema arbeiten.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Dr. Gerhard Meier
Lieber Herr Ross,
vielen Dank für Ihre wohlwollende Kommentierung meiner Ideen. Wenn mein Projekt weiter fortgeschritten ist, werde ich Ihnen gerne Unterlagen und Fotos zur Verfügung stellen.
Gespannt bin ich auf Ihre Erfahrungen mit der LED-Arbeitsleuchte. Für meine Werkstatt hatte ich mir vor längerer Zeit eine derartige Lichtquelle angeschafft (Arbeitsleuchte 60 LEDs 3 W), mit der ich bei meinen Versuchsaufbau zum Buchscanner experimentierte. Allerdings waren die Aufnahmen sehr gelbstichig und ich habe diese Alternative verworfen. Fortgesetzt habe ich meine Beleuchtungsversuche mit Halogenleuchten (Stiftsockel), die auf 12-Volt-Basis arbeiten. Ich hatte zwei Leuchten benutzt. Die Aurnahmen waren deutlich besser, was den schwarz-weiß-Kontrast betrifft. In dieser Richtung werde ich weitermachen, zumal ich ja an einen Schrittmotorantrieb (12 V) denke, da käme ich mit einem Netzanschluss dann aus.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bernhard Fischer
Lieber Herr Ross,
mein Buchscanner-Projekt ist weiter gediehen. Hier ein Zwischenbericht über meine Experimente:
Es ist so weit. Mein Buchscanner ist im Groben fertig. Zumindest ist die erste Etappe geschafft. Noch einmal zur Erinnerung: Mein Gerät ist wie ein Spitzzelt aufgebaut, wobei auf das „Dach“ die Vorlage gelegt wird und die Kamera von unten Fotos schießt. Da ich mich mit einer Kamera begnüge, muss die Kamera einmal die eine Seite der aufgeschlagenen Vorlage, einmal die andere Seite ablichten. Dies funktioniert nach der Art eine Kinderschaukel. Die zwei Schwengel der Schaukel sind kugelgelagert am Rahmengerüst aufgehängt, auf dem „Sitzbrett“ ist die Kamera in einer Art Schlitten verschraubt.
Die Größe und die Bauart des Scanners hat etwas mit den Platzproblemen in meiner Bibliothek zu tun. Im Laufe meiner Berufstätigkeit haben sich Berge an Materialien und Fachzeitschriften angesammelt, die meinen Buchschätzen den Platz streitig machen. Es muss gründlich aufgeräumt und entrümpelt werden. Wenn auch viele Beiträge in den Fachzeitschriften inzwischen veraltet sind, gibt es doch einige Aufsätze, die ich archivieren möchte. Dies soll mittels des Buchscanners geschehen. Dieser sollte jedoch nicht die Ausmaße haben, dass der gewonnene Platz wieder zunichte gemacht wird.
Aus diesen Gründen ist mein Buchscanner klappbar konstruiert. Zusammengefaltet verschwindet er hinter der Tür. Hier einige Daten meinen Buchscanners:
Abmessungen aufgeklappt: 106 x 44 (Stellfläche) x 54 cm (Höhe)
Abmessungen gefaltet: 16,5 x 44 (Stellfläche) x 75 cm (Höhe)
Gewicht: ca. 2,5 kg
Um die Hände frei zu haben, um die Seiten der Vorlage schnell umzublättern, hatte ich einen Motorantrieb für das Pendel ins Auge gefasst. Die Schrittmotorlösung musste ich bald verwerfen, da es keinen preislich erschwinglichen Schrittmotor gibt, der das nötige Drehmoment aufbringt, um das Pendel zu bewegen. Als alternative Antriebsquelle habe ich einen Gleichstrommotor mit angebautem Getriebe gefunden, der je nach angeschlossener Spannung mit 5 bis 15 Umdrehungen in der Minute abreitet. Im Probelauf erfüllte er seine Aufgabe wie gewünscht – doch zerlegte er meine selbst gebaute Kurbel für das Pendel: Im oberen Totpunkt hatte die Kurbel etwas zu viel Spiel, sodass das Pendel mit einem Ruck von links nach rechts überschnappte. Und dieser Ruck war für die Kurbel auf Dauer zu viel.
Kurz entschlossen legte ich das Motorantriebskonzept – zunächst – zur Seite und bevorzugte eine mechanische Lösung: Ein einfacher Gummispannzug zieht über den Totpunkt hinweg das Pendel in die jeweilige Aufnahmeposition. Diese Lösung funktioniert einwandfrei. Allerdings sind meine Hände zwecks Betätigung des Pendels nicht mehr frei.
Das erste Foto mit meinem Scanner war enttäuschend. Die Kopie war überbelichtet; ich hatte nicht nur die Zeitschriftenseite kopiert, sondern hatte auch noch ein scharfes Abbild meiner Kamera auf dem Papier. Wo lagen die Fehler? Nun, als Lichtquellen habe ich zwei Unterbauhalogenstrahler für abgehängte Decken (je 20 W, Stiftsockel) benutzt und die an die Schaukelschwengel gesteckt. Zwar hatte ich Blenden angebaut, sodass das Licht nicht direkt auf die Vorlage fällt, aber dennoch waren die Seiten miserabel ausgeleuchtet, sie waren extrem überbelichtet. Ferner werden Halogenleuchten sehr heiß. Da sie dicht an der Kamera montiert waren, erwärmte sich diese ebenfalls stark.
Kurzerhand entfernte ich die Leuchten und befestigte jetzt vier von ihnen an den Stützen der Zeltkonstruktion. Das Ergebnis war deutlich besser: Nur noch eine Hälfte der Kopie war überbelichtet, die andere gut. Verantwortlich für die schlechte Hälfte zeichneten die Leuchtkörper, zu deren Seite die Kamera geschwenkt war. Beim nächsten Versuch knipste ich diese aus, nur die beiden Leuchten in Opposition zur Kamera brannten. Und siehe da! Das Ergebnis überzeugte – mit einem kleinen Schönheitsfehler: Leichte Lichtreflexe störten den ansonsten guten Gesamteindruck.
Als ich mir diese Reflexe genauer betrachtete, fiel mir auf, dass sie die Konturen der Kamera darstellten. Die Kamera mit ihrer polierten Gehäuseoberfläche reflektiert das Licht und wirft auf den Vorlagenträger unschöne Spiegelungen. Kurzerhand montierte ich vor die Kamera eine Abdeckung, durch die das Objektiv wie durch ein Guckloch blinzelt – und die Kopien sind für meine ersten Ansprüche perfekt: Keine Überlichtungen, keine Spiegelungen mehr.
Die erste Etappe beim Bau meines Buchscanners ist geschafft. Die nächste Etappe umfasst die Entwicklung der Steuerelektronik: Zunächst müssen die vier Halogenscheinwerfer paarweise alternierend angesteuert werden, ferner sollte die Kamera im Takt der Beleuchtung ausgelöst werden – und im Hinterkopf schwirrt immer noch der Gedanke eines Motorantriebs.
Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bernhard Fischer
Lieber Herr Fischer,
Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung Ihres interessanten Projektes. Einmal mehr werden die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt, eigene Ideen zu verwirklichen. Der individuellen Kreativität sind eben keine Grenzen gesetzt.
Ich habe einige Ihrer Bilder im Workshop unter der Überschrift Nachtrag am 17.11.2011 eingefügt.
Mit freundlichem Gruß
Uwe Ross