Buchscanner – Made by Do It Yourself

Apr 12, 2010 von

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen mein aktuelles Projekt vorstellen. Es geht um den Bau eines Buch-Scanners, also um ein Gerät das es ermöglicht, Bücher und deren Inhalt zu digitalisieren.

Vorab der Hinweis, dass das Digitalisieren von urheberrechtlich geschütztem Material für den Privatgebrauch (noch) nicht verboten ist. Vergleichbar mit dem herstellen einer privaten Kopie von Audio CD’s oder DVD’s wird im Grunde nur einer Zerstörung des Originales durch unsachgemäßen Umgang vorgebeugt. Wie sich die Gesetzeslage in dieser Richtung in den nächsten Monaten oder Jahren entwickelt, bleibt abzuwarten.

Werke, die der Gemeinfreiheit unterliegen, also Schriftentum dessen Urheber vor mehr als 70 Jahre verstorben ist, dürfen kopiert, veröffentlicht und weitergegeben werden, sofern keine vererbbaren Ansprüche der Hinterbliebenen bestehen (§ 64 UrhG).

Ein Beispiel dafür wären die Schriften von Sigmund Freud. Er starb 1939 und dieses Jahr ist es erstmals möglich, seine Originale neu zu veröffentlichen, ohne die Nutzungs-, Lizenz- oder Urheberrechte zu verletzen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Buch in digitalisierter Form vorliegt, damit es der Druckerei übergeben oder gar in Eigenregie gedruckt und hergestellt werden kann.

Letzteres ist übrigens, vergleicht man die heutigen technischen Möglichkeiten mit den Herstellungskosten für Bücher, gar nicht mal unmöglich. Günstige und brauchbare schwarz/weiß Laser Drucker ab 200,- Euro können bereits heute Seiten für Preise ab 1,3 Cent/Blatt ausdrucken. Buchbindehandwerk und Herstellung von einfachen Klebebindungen für Taschenbücher werden in unzähligen Workshops im Internet und diversen Fachbüchern auch für Laien verständlich vorgestellt und detailreich beschrieben.

Was halten Sie z. B. von einer in Leder gebundenen Ausgabe des Originales von Warum Krieg? (Briefwechsel Sigmund Freuds mit Albert Einstein) oder gar einer Kopie der Gutenberg Bibel, die sicher auch in Ihrem Bücherregal einen besonderen Platz einnehmen würde?Nun, ich möchte dem Tatendrang nicht vorgreifen und mich auf das bisher Geleistete beschränken.

An dieser Stelle bereits der Hinweis, dass mein Bookscanner funktioniert und erfolgreiche Testläufe vorliegen. Bücher bis zu einer max. Größe von 40 cm x 34 cm können eingescannt und digitalisiert werden.

Es geht in meinem Projekt keinesfalls darum, Google Books nachzuahmen oder gar in direkte Konkurrenz zu treten. Sicher kann ich aber einen kleinen Beitrag dazu leisten, wichtige Bücher in ihrer ganzen Schönheit und vor allem des Inhaltes wegen für alle Zeit zu erhalten, weil diese dann digitalisiert vorliegen und an jedem Ort der Welt veröffentlicht werden können.

Dieser Workshop, der sich mit der Herstellung und dem Gebrauch eines Buchscanners beschäftigt, wird ständig erweitert und aktualisiert. Schauen Sie also öfter mal vorbei, wenn Sie das Thema interessiert. 😉

Wer den einfachen Weg einschlagen möchte und aus einem schier unbegrenzten finanziellen Topf schöpfen kann, dem empfehle ich einen Blick auf den professionellen Buchscanner der Firma Treventus und/oder die Espresso Book Maschine der Firma On demand books. Die Espresso Book Maschine kann, digitalisierte Buchdateien vorausgesetzt, ein ca. 300 Seiten umfassendes Buch in weniger als 4 Minuten herstellen.

Übrigens wurden im Oktober 2009 bereits Espresso Book Maschinen an 25 Standorten weltweit betrieben. Schätzungsweise schlappe 200.000 USD sollten ausreichen, um sich diese beiden Zukunftsmaschinen zu besorgen.

Wer sich aber für 200,- bis 300,- Euro einen Buchscanner im Eigenbau anfertigen möchte, der ist hier richtig. Ich werde versuchen, die Schritte auf meinem Weg zum fertig digitalisierten Buch so genau wie möglich zu beschreiben. Falls etwas unklar sein sollte, steht Ihnen für Fragen oder konstruktive Kritik die Kommentarfunktion zur Verfügung.

Die Idee für das ganze holte ich mir, wie soll es anders sein, natürlich aus dem Internet. Es gibt sogar eine private englischsprachige Seite, die sich mit dem Bau eines Buchscanners beschäftigt und die auch als Grundlage für mein, ich nenne es mal vorsichtig Vehikel, dient.

Auf DIY Book Scanning erhalten sie alle relevanten Informationen, um mit dem Bau Ihres Buch-Scanners zu beginnen. Auch die verwendete Software Scan-Tailor und deren Gebrauch wird beschrieben. Ein angeschlossenes Forum und die News informieren über Aktuelles und geben erste Hilfestellungen.

Was habe ich nun für meinen Buchscanner verwendet? Etwas Holz, eine Plexiglasplatte (glasklar), einige Schubladenschienen und einen Halogenstrahler (120 Watt) aus dem Baumarkt mit den 3 Buchstaben. Schrauben und Muttern hatte ich noch reichlich hier rumliegen. Zusätzlich wurden 2 ausziehbare Stative mit 3D Kopf angeschafft, die die beiden teuersten Investitionen des Projektes, 2 Digitalkameras des Typs Canon Powershot A590 IS, sicher fixieren. Bisher sind Kosten von ungefähr 80,- Euro (ohne die Kameras) entstanden.

Natürlich können auch andere, höherwertige Digitale Spiegelreflexkameras oder ähnliche Typen verwendet werden, aber diese Kamera bietet derzeit nach Meinung vieler Forumsteilnehmer das beste Preis- Leistungsverhältnis. Die Auflösung von 8 Mio. Megapixel sollte bei Ihrer eventuell vorhandenen Digitalkamera nicht unterschritten werden, um auch größere Bücher in akzeptabler Qualität zu scannen bzw. fotografieren zu können.

Auch ist es wichtig, das Ihre Kamera SDM/CHDK fähig ist, um den elektronischen Impuls zum manuellen Auslösen zu empfangen. Schauen Sie im Zweifelsfall im Handbuch Ihrer Digitalkamera nach. Die Canon Powershot A590 IS besitzt diese minimalen Voraussetzungen und kann im Schnitt für 75,- bis 120,- Euro käuflich erworben werden, da die Kamera nicht mehr ganz aktuell, aber dennoch und nicht nur bei Book-Scanner-Bauern wegen ihrer vielen Funktionen sehr beliebt ist.

In der Zwischenzeit habe habe ich 2 Kameras erwischt, wobei ich mit den Anschaffungskosten von 79,90 bzw. 76,09  Euro (incl. Versand) ganz zufrieden bin. Woher, na raten Sie mal. Auf ebay werden immer mal welche privat und gewerblich versteigert.

An dieser Stelle der Hinweis, dass in dem Fall der Kauf via gewerblichen Anbieter erfolgen sollte, da man die Kamera, wenn sie defekt geliefert wird, an den Verkäufer zurück schicken kann und dieser das Teil zurück nehmen muss. Nicht mal die Versandkosten braucht man zu bezahlen, da der Wert der Kamera oder der Auktionspreis mit Sicherheit über 40,- Euro liegen dürfte.

Bei privaten Anbietern haben Sie nicht unbedingt das Recht, die Kamera zurück zu senden falls sie nicht funktionieren sollte, da ein Privatanbieter nicht dazu verpflichtet ist und meist nur auf die Kulanz des Verkäufers vertraut werden kann. Schauen Sie sich aber immer und unbedingt die Bewertungen des jeweiligen Verkäufers an, um späteren Ärger und Stress zu vermeiden.

Seien Sie geduldig, warten Sie ein günstiges Angebot ab und schlagen Sie im richtigen Moment zu. Falls Sie noch nicht wissen, wie man effektiv auf ebay bieten sollte , empfehle ich Ihnen einen Blick in meinen Workshop Online Auktionen erfolgreich gewinnen.

Nun was brauchen wir noch? Einen Auslöser, der beiden Kameras sozusagen den Befehl gibt, 2 Buchseiten auf einmal zu fotografieren. Im Forum des DIY Bookscanners ist auch der Eigenbau eines Auslösers beschrieben. Ich habe mich für ein fertiges Modell des Typs Ricoh CA-1 entschieden. Kostenpunkt um die 30,- Euro z. B. beim größten Gebrauchtbuchhändler im WWW, der auch Elektronikartikel und anderes diverses Zeug anbietet.

Was noch? Ein sogenanntes Y-Kabel, dass den 5 Volt Impuls zum Auslösen an beide  Kameras weiterleitet und, wenn nicht im Lieferumfang Ihrer Kameras vorhanden 2 Datenkabel zur Verlängerung. Wie bereits in meinem Kommentar vom 24.10.2010 angekündigt, funktioniert das folgende abgebildete Kabel nicht mit den anderen Komponenten. Ich hoffe Sie haben noch kein Y-Kabel dieses Typs angeschafft. :-/

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Was Sie sich aber getrost besorgen können, um die Verkabelung der Kameras und des Auslösers zu bewerkstelligen, sind folgende Kabel bzw. Adapter. Diese Kombination wurde bereits erfolgreich getestet und funktioniert. Ich habe mir das folgende Y-Kabel in Hong Kong bestellt, per Paypal bezahlt und erhielt gestern (28.04.2010) ein Mail, dass die Sachen mit einer geschätzten Lieferzeit von 12-18 Tagen unterwegs sind. Die beiden Adapter bekommt man ohne Probleme in Deutschland.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, diese Kabel selbst herzustellen, in einem Bastlerladen oder innerhalb Europas zu bestellen, sollten Sie die Gelegenheit nutzen. Ich selbst wurde in unserem hieransässigem Fachgeschäft für Hard- und Software mit der Bemerkung stehen gelassen, dass es keine Y-USB Kabel gibt. :-(

Auch eine Online-Suche bei Conrad.de oder Reichelt.de brachte keine zufriedenstellenden Ergebnisse, soll heißen, dieses Y-Kabel ist nicht oder nur schwer lieferbar. Hier aber nun die Bilder und die Bezeichnungen (unter denen sie die Teile finden) der Kabel und Adapter, welche ich auf ebay.de erworben habe und die die beiden Canon Powershot mit dem Auslöser Ricoh CA-1 verbinden:

USB AM M auf 2 AM M Verlängerung Y-splitter Kabel

(die beiden Buchsen werden jeweils mit dem Datenkabel der Kameras verbunden … das Steckerende kommt in den unteren Adapter)

(in Hong Kong bestellt)

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USB Adapter “A” Buchse > ” A ” Buchse

(dieser Adapter verbindet das Y-Kabel mit dem unteren Teil)

(bei deutschen Händler erhältlich)

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USB Adapter A Stecker > 5 pol. mini B Buchse

(dieser Adapter verbindet den Rico CA-1 Auslöser mit dem Y-Kabel)

(bei deutschen Händler erhältlich)

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So, alles verkabelt und funktionstüchtig? Dann weiter im Text. Hinweisen möchte ich auch noch auf eine andere Möglichkeit, die beiden Kameras auszulösen. Bei meinen Recherchen zu dem Projekt stieß ich auf folgenden Fernauslöser der Firma digi-dat. Auch wenn unsere Powershot A590 IS nicht explizit bei den unterstützten Kameramodellen aufgeführt ist, sollte dieser Auslöser ebenfalls funktionieren. Eventuell hilft eine Anfrage per Mail an die Firma. Der Preis dieses Fernauslösers schlägt mit 41,65 Euro zu Buche. Hinzu kommen Kosten für Adapter und eventuell Kabelverlängerungen.

Aber das nur als Hinweis am Rande, da es mehrere Möglichkeiten gibt, die beiden Kameras auszulösen. Auch der Kommentar von Pagnol am 30.04.10 klingt interessant. Demnach ist es in absehbarer Zeit möglich, auf das ganze Kabelwirrwarr zu verzichten, da auf diybookscanner.org an einer Software (vorerst nur für das Betriebssystem Linux) gearbeitet wird die das anschließen der Kameras, das Auslösen und die Verarbeitung der Bilder direkt über den PC ermöglicht.

Was ist das nun im unteren Bild für ein Vehikel und brauchen Sie das unbedingt?

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Diese eigenartige aber wohl einmalige Konstruktion ist zu empfehlen, falls ihr Buchscanner zu den etwas größeren Exemplaren gehören soll. Da mein Buchscanner problemlos Bücher von einer maximalen Größe bis 405 mm Länge und 345 mm Breite scannen kann, ist der, ich nenne ihn einfach mal Schlitten, auf Grund seiner Größe doch ziemlich schwer geworden. Schlitten ist das Teil, dass manuell immer hoch und runter gefahren wird, um die Seiten des Buches umzublättern. Daher habe ich den Buchscanner um ein Gewichtsausgleichkonstrukt (was für ein Wort) ergänzt, dass es nun ermöglicht, den Schlitten mit dem kleinen Finger zu bewegen. Die 2 Gewichte einer Hantel sorgen an einer geflochtenen Angelschnur und über 4 Umlenkrollen geführt, sozusagen für eine leichte Auf- und Abfahrt des Schlittens.

Ja liebe Besucher der neuen Bundesländer, das sind Teile aus einem Stabilbaukasten der ehemaligen DDR. Mein Schwager hatte sie für meine beiden Neffen vor vielen Monden eingekauft und gesammelt. Die Lausbuben spielen aber heute viel lieber mit Nintendo, Lego und Co. Glück für mich, Pech für die pädagogisch wertvolle Entwicklung meiner Neffen, aber das ist ein anderes Thema. 😉

An Arbeitszeit, um den Scanner soweit fertig zu stellen wie er auf den oberen Fotos dargestellt ist, habe ich ca. 20-25 Stunden aufgewendet. Je nachdem, wie handwerklich geschickt Sie sind, können Sie diese Zeit unter- bzw. überbieten.

Die ersten Testläufe sind abgeschlossen und der Buchscanner funktioniert. :-) Demnächst werde ich dann das ein oder andere eingscannte Buch in einem separaten Artikel vorstellen. Spezielle Wünsche, welche Bücher digitalisiert werden sollten, werden natürlich auch angenommen. Schreiben Sie mir in dem Fall ein Mail oder nutzen Sie dafür die Kommentarfunktion in diesem Artikel.

Wie bereits oben erwähnt unterliegt dieser Artikel aber weiterhin ständiger Aktualisierungen und wird zu gegebener Zeit ergänzt bzw. erweitert.

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Weitere Informationen zu Digitale Sammlungen oder der Wikisource, die sich mit dem Sammeln von urheberrechtsfreien Quelltexten beschäftigen, finden Sie auf den jeweiligen Webseiten.

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Nachtrag am 15.04.2010:

An dieser Stelle noch eine Anmerkung zu der verwendeten Kamera des Typs Canon Powershot A590 IS. Ich habe heute versucht, per Fernauslösung ein oder mehrere Bilder mit dem Ricoh CA-1 zu machen, indem ich ihn an die Kamera anschloss. Das Ergebnis war nicht das, was ich eigentlich erwartet hätte. Es tat sich nämlich gar nichts. Kein Bild, kein Impuls zum auslösen des Apparates und der Gedanke, dass die Kamera bereits defekt geliefert wurde.

Am Auslöser selbst konnte es nicht liegen, da ich diesen mit einer anderen Ricoh Kamera getestet habe und wunderbare Ergebnisse erzielen konnte, also Bilder per Fernauslöser schoss.

Das Problem lag, wie so oft, an den fehlenden Informationen zum Thema CHDK. Die Voraussetzung für Canon Kameras, die an diesem Projekt Buchscanner teilnehmen dürfen ist, wie bereits weiter oben erwähnt, die Möglichkeit, den Funktionsumfang der Kamera mit CHDK zu erweitern.

CHDK greift nicht etwa in die Original-Firmware ein sondern setzt sozusagen auf ihr auf und kann jederzeit entfernt werden. Ein Update der vorhandenen Firmware auf der Kamera erfolgt also nicht. Aber, ohne die Erweiterung CHDK funktioniert auch eine Steuerung via USB Kabel bzw. Auslöser nicht. Es ist also unbedingt erforderlich, sich das entsprechende CHDK Firmware Update für seine Kamera zu besorgen und aufzuspielen, da dieses vom Hersteller aus nicht installiert wird.

Nach 1-2 Stunden Lektüre, ausprobieren und testen sollte ihre Kamera dann ebenfalls via Fernauslöser ansteuerbar sein und die gewünschten Ergebnisse, sprich die Bilder schießen. Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten des CHDK-Forums und der CHDK-Wiki. Falls dahingehend noch Fragen auftauchen, bin ich natürlich auch bereit, im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen. Nutzen Sie in dem Fall einfach die Kommentarfunktion dieses Artikels oder schreiben Sie mir ein Mail.

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Nachtrag am 08.05.2010:

Heute möchte ich hier mal wieder ein paar Neuigkeiten zum Projekt Buchscanner anfügen. Obwohl mein Y-USB Kabel noch nicht eingetrudelt ist. Habe ich mit einer Kamera bereits Testaufnahmen gemacht und mit Scan Tailor bearbeitet.

Zuvor aber noch ein paar Hinweise am Rande. Wer mit Digitalkameras schon einige Erfahrungen gesammelt hat, der wird festgestellt haben, dass das im Grunde genommen eigentlich ganz erhebliche Stromfresser sind, wobei das LCD-Display wohl den größten Teil der Energie verbrauchen dürfte. Normale, also nicht wieder aufladbare Batterien versagen schon nach kurzer Zeit ihren Dienst und sind keinesfalls zu empfehlen. Zu bevorzugen sind wiederaufladbare Akkus der NiMH-Klasse, um nicht nur den Geldbeutel sondern vor allem die Umwelt zu schonen.

1. Ich habe mich gar in Umkosten gestürzt und einige AA Akkus vom Typ Eneloop gekauft. Diese sind zwar in der Anschaffung nicht billiger aber allemal besser als die normalen NiMH Akkus. Der Vorteil der Eneloop besteht bekanntlich darin, dass sie sich, auch über einen längeren Zeitraum gesehen, kaum entladen und ihre volle Power, die für Digitalkameras notwendig ist, behalten. Im Praxistest bin ich wirklich erstaunt, wie lange man mit diesen Batterien arbeiten kann, da mit Hilfe der CHKDK Software eine Anzeige der Restspannung in Prozent auf dem Display der Canon erscheint.

Wer noch ein paar Euro mehr übrig hat, der kann sich natürlich auch für um die 18,- Euro/Stück zwei Netzteile vom Typ ACK800 besorgen. Dies ist dann die eleganteste Lösung und man hat nie wieder Probleme mit leeren Batterien, vorausgesetzt man bezahlt seine Stromrechnung pünktlich. :-)

2. Durch die ständigen Ergänzungen, Aktualisierungen im eigentlichen Artikel und den Anmerkungen von Ihnen in Form der Kommentare, über die ich mich natürlich sehr freue, besteht die Befürchtung, dass das ganze hier etwas unübersichtlich wird. Eventuell gibt es die Möglichkeit, diese Webseiten um ein Forum zu erweitern und diesen Beitrag in verschiedene Kategorien aufzuteilen. Als Vorbild könnte das Forum auf DIY Book Scanning dienen. Ich werde in absehbarer Zeit mal schauen und glaube irgendwo gelesen zu haben, dass es ein Plugin für das hier zur Anwendung kommende CMS Content-Management-System mit dem Namen WordPress gibt. Eventuell wäre das geeignet, um diesen Buchscanner Workshop übersichtlicher zu gestalten.

3. Geplant ist vielleicht auch eine Broschüre oder gar ein kleines Buch, in dem alle persönlichen Erfahrungen und die der Kommentatoren einbezogen werden, die mit diesem Workshop verbunden sind. Ein Buch in Eigenregie herzustellen ist, dank günstiger Drucker und freier DTP Desktop-Publishing Programme wie beispielsweise Scribus, also dank der heutigen technischen Möglichkeiten kein allzu großes Unterfangen mehr.

4. Mein Workshop wurde, wie in den Kommentaren nachzulesen, ebenfalls auf der Webseite Ich mach was mit Büchern von Leander Wattig veröffentlicht. Dort hat Jakob einen interessanten Kommentar hinterlassen, der sich ebenfalls mit dem Bau eines Buchscanners beschäftigt und den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Nun aber zu der Software Scan Tailor und deren Bedienung. Auf der Webseite des russischen Programmentwicklers Joseph Artsimovich können Sie in englischer und russischer Sprache nachlesen, was Scan Tailor kann und macht. Es ist eine Software, die in erster Linie dazu dient den Rohscann, in unserem Fall also der Fotografie, entsprechend auszurichten, zu bearbeiten und als Tagged Image File Format, kurz .TIFF abzuspeichern. Diese Dateien können dann mit einer entsprechenden Texterkennungssoftware (OCR) bearbeitet und als PDF oder  jedem anderen Format derer die OCR Software fähig ist, weiter verarbeitet werden. Scan Tailor ist also keine direkte OCR Software.

OCR Software sind z. B. tesseract-ocr, ABBYY FineReader, OmniPage oder Readiris, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Mit Erfahrungswerten, welche Software am besten für die Texterkennung geeignet ist, kann ich noch nicht dienen. Sicher wird sich das aber in den nächsten Wochen ändern. Ich glaube mich zu erinnern, das Omnipage in verschiedenen Beurteilungen von Kunden immer ganz gut abgeschnitten hat und werde das Programm mal testen.

Wer aber eben sein zu digitalisierendes Buch nur in einer 1:1 Kopie auf die Festplatte sichern möchte und keine durchsuchbaren oder editierbaren PDF Dateien benötigt, der kommt auch ohne die Texterkennung und entsprechende OCR Software aus.

Zurück also nun zu Scan Tailor. Nachdem wir uns die aktuelle Version heruntergeladen und installiert haben, starten wir das Programm. Hier ebenfalls der Hinweis auf die Wiki bzw. Bedienungsanleitung von Scan Tailor, die in englischer und russischer Sprache zur Verfügung steht und hier nur kurz erläutert werden soll. Falls Sie Fragen zu weiteren Einstellungen und/oder Tipps zum Programm selbst benötigen, benutzen Sie bitte die Kommentarfunktion am Ende dieses Beitrages. Ich werde versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen.

Scan Tailor lässt sich, nachdem die Bilder von der Kamera auf die Festplatte übertragen und in ein neues Projekt geladen wurden, ziemlich einfach bedienen und besteht aus den folgenden 6 Arbeitsschritten, die Sie im oberen linken Bereich des Programms aufrufen können.

1. Fix Orientation (Lagebestimmung der Seite ändern)

2. Split Pages (Seite automatisch oder manuell aufteilen)

3. Deskew (Feinabstimmung der Zeilenlage)

4. Select Content (auswählen des Inhaltes)

5. Page Layout (Anzeige der fertigen Seite und letzte Kontrollmöglichkeit)

6. Output (Ausgabe als .tiff Datei in den entsprechenden Ordner)

7. Sláinte (einen guten irischen Whiskey bei angenehmer irischer Musik genießen und auf das Ergebnis anstoßen)

Ich empfehle, erst einige wenige, sagen wir 10 Seiten zu bearbeiten, um erste Erfahrungen mit Scan Tailor zu sammeln und nicht gleich ein komplettes Buch zu laden, um sich dann eventuell über das Ergebnis und die vertane Zeit zu ärgern.

So, das soll es für heute erst mal gewesen sein. Ich stehe für Ergänzungen oder Fragen natürlich auch weiterhin zur Verfügung und wünsche Ihnen bei Ihrem Buchprojekt viel Erfolg.

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Nachtrag am 17.11.2011:

Buchscanner-Projekte sind Unikate, die sich in ihrer Form, dem Aufbau und der Wirkungsweise auch grundsätzlich unterscheiden können. Herr Fischer überließ mir freundlicherweise einige Bilder seiner Konstruktion, die ich hier gerne einfüge.

Er stellte sich und seinen Buchscanner erstmals im Kommentar Nr. 53 vor. Unter Kommentar Nr. 57 erhalten sie bei Bedarf eine ausführliche Beschreibung seiner interessanten Konstruktion, um Druckerzeugnisse zu digitalisieren.

 

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Gerne lade ich Sie an dieser Stelle auch in den neuen Anzeigenmarkt für antiquarische, vergriffene und seltene Bücher ein, der für Sie geöffnet ist.

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Und eine Umfrage füge ich hier auch noch mit an. :-)

Gefällt Ihnen dieser Workshop und haben Sie Interesse an weiteren Erläuterungen/Ergänzungen?

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